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Wie ist das nun wirklich mit der „bösen“ Thujenhecke?

  • 20. März 2015
  • Birgit Fischer-Radulescu

Wir kennen sie alle, denn sie prägt unser aller Stadt- und Dorfbild seit den 70er/80er-Jahren: die Thujenhecke.

Zugegeben, der Siegeszug der Thuje als Gartenbegrenzung ist durchaus nachvollziehbar:

+ Sie ist immergrün und bietet deshalb auch im Winter Sichtschutz.
+ Sie ist preisgünstig.
+ Sie läßt sich gut in Form schneiden.

Warum dann aber wurde ihr jetzt plötzlich der Kampf angesagt? Was spricht gegen die Thujenhecke? Welchen Vorteil haben andere Gehölze?

Thujen sind eigentlich nicht sehr gut an das Stadtklima angepaßt. Sie benötigen viel Wasser und eine hohe Luftfeuchtigkeit, da sie aus regenreichen Gebieten mit kühlgemäßigtem Klima stammen. Je trockener und heißer das Klima, umso krankheitsanfälliger ist die Thuje. Gerade in Wien herrschen also nicht gerade optimale Lebensbedingungen.
Auch die vielgelobte Schnittverträglichkeit hat ihre Grenzen. Eine Thujenhecke muß vor allem in der Breite regelmäßig geschnitten werden, da sie im Inneren verkahlt. Aus verholzten Zweigen und Ästen wächst sie dann kaum mehr nach. Wird die Hecke dann einmal zu breit, kann man dies also nicht mehr korrigieren.
Selbst der positive Effekt des Sichtschutzes im Winter hat auch seine Nachteile. Einbrecher können, sobald sie den Zaun überwunden haben, ungesehen ihrem „Handwerk“ nachgehen.

Wild romantisch: Eine Thuja am Naturstandort
Wild romantisch: Eine Thuja am Naturstandort

Aus ökologischer Sicht betrachtet: Der Lebensbaum bringt der heimischen Tierwelt nicht viel (z.B. keine Nahrung) und es gibt kaum Vögel, die in ihnen nisten. Durch ihr weitreichendes, flaches und intensives Wurzelwerk verhindern sie eine Unterpflanzung mit ökologisch wertvoller bodenbedeckender Vegetation. Aufgrund bestimmter Inhaltsstoffe verrottet das Schnittgut nur sehr langsam, was die Kompostierung erschwert. Andererseits filtern Koniferen generell mehr Feinstaub aus der Luft als Laubgehölze, da sie ja das ganze Jahr über wirksam sind. Dafür trägt die Thuje im Sommer im Bereich des Kleinklimas nicht so viel zur Kühlung bei wie Laubgehölze.
Als Solitärbaum wunderschön!

Als Solitärbaum wunderschön!

Ökologisch bedenklich ist auch die wachsende Uniformität. Von einem Garten zum nächsten: Eine Thujenhecke reiht sich an die nächste. Erstrebenswert wäre hingegen eine vielfältige Bepflanzung, die auch eine entsprechende ökologische Vielfalt im Bereich der Tierwelt nach sich zieht. Denn unterschiedliche Gehölzarten bieten unterschiedlichen Tieren Nahrung, Schutz und Platz zum Nisten. Ein Garten mit vielfältiger Bepflanzung zieht das Leben an!
Zuletzt sei auch noch erwähnt, daß die Thuje in allen Teilen sehr giftig ist. Deshalb sollte man beim Schneiden auch stets mit Handschuhen arbeiten.
Und was soll nun stattdessen gepflanzt werden?  DAS erfahren Sie schon bald in einem weiteren Artikel!

 

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